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Inhalt
Aktuelle Gesamtausgabe
Änderungshistorie
Amtliche Abkürzung:ThürAPOhFD
Ausfertigungsdatum:13.01.1995
Textnachweis ab:01.01.2003
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Thüringen
Fundstelle:GVBl. 1995, 61
Gliederungs-Nr:2030-19
Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung
für den höheren Dienst in der Forstverwaltung
(ThürAPOhFD)
Vom 13. Januar 1995
Zum 18.12.2018 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: mehrfach geändert durch Artikel 16 des Gesetzes vom 25. Oktober 2011 (GVBl. S. 273, 285)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Titel

Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den höheren Dienst in der Forstverwaltung (ThürAPOhFD) vom 13. Januar 199515.02.1995
Inhaltsverzeichnis01.01.2012
Eingangsformel15.02.1995
Erster Abschnitt - Allgemeine Bestimmungen15.02.1995
§ 1 - Befähigung für die Laufbahn des höheren Forstdienstes15.02.1995
§ 2 - Ziel des Vorbereitungsdienstes15.02.1995
Zweiter Abschnitt - Vorbereitungsdienst15.02.1995
§ 3 - Zulassungs- und Ausbildungsbehörde01.01.2012
§ 4 - Ausbildungsstellen01.01.2012
§ 5 - Leiter der Ausbildung, Ausbildungsbediensteter, Dienstvorgesetzter01.01.2012
§ 6 - Zulassungsvoraussetzungen15.02.1995
§ 7 - Zulassungsverfahren01.01.2012
§ 8 - Rechtsstellung15.02.1995
§ 9 - Zweck, Dauer und Gliederung des Vorbereitungsdienstes01.01.2012
§ 10 - Forstamt (Ausbildungsabschnitt I)15.02.1995
§ 11 - Reisezeit; Landespflege/Naturschutz (Ausbildungsabschnitt II)01.01.2012
§ 12 - Service- und Kompetenzzentrum der Landesforstanstalt (Ausbildungsabschnitt III)01.01.2012
§ 13 - Zentrale der Landesforstanstalt (Ausbildungsabschnitt IV)01.01.2012
§ 14 - Beurteilungen01.01.2012
§ 15 - Urlaub01.01.2012
§ 16 - Unterbrechung des Vorbereitungsdienstes15.02.1995
§ 17 - Entlassung, Beendigung des Beamtenverhältnisses01.01.2012
Dritter Abschnitt - Große Forstliche Staatsprüfung15.02.1995
§ 18 - Zweck der Prüfung15.02.1995
§ 19 - Zeitpunkt und Ort15.02.1995
§ 20 - Prüfungsbehörde, Prüfungsausschuß01.01.2012
§ 21 - Zulassung zur Prüfung15.02.1995
§ 22 - Öffentlichkeit15.02.1995
§ 23 - Art und Umfang der Prüfung15.02.1995
§ 24 - Prüfungsgebiete15.02.1995
§ 25 - Schriftliche Prüfung01.01.2012
§ 26 - Mündliche Prüfung15.02.1995
§ 27 - Waldprüfung15.02.1995
§ 28 - Prüfungsnoten15.02.1995
§ 29 - Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeiten15.02.1995
§ 30 - Bewertung der mündlichen Prüfung und der Waldprüfun15.02.1995
§ 31 - Feststellung der Bewertung in den Prüfungsgebieten15.02.1995
§ 32 - Feststellung des Gesamtergebnisses15.02.1995
§ 33 - Prüfungsakten15.02.1995
§ 34 - Prüfungszeugnis15.02.1995
§ 35 - Fernbleiben, Rücktritt, Unterbrechung15.02.1995
§ 36 - Täuschungsversuch, Verstoß gegen die Ordnung15.02.1995
§ 37 - Wiederholung der Prüfung15.02.1995
§ 38 - Wirkung der Prüfung01.01.2012
Vierter Abschnitt - Inkrafttreten15.02.1995
§ 39 - Inkrafttreten15.02.1995
Inhaltsübersicht
Erster Abschnitt
Allgemeine Bestimmungen
§ 1 Befähigung für die Laufbahn des höheren Forstdienstes
§ 2 Ziel des Vorbereitungsdienstes
Zweiter Abschnitt
Vorbereitungsdienst
§ 3 Zulassungs- und Ausbildungsbehörde
§ 4 Ausbildungsstellen
§ 5 Leiter der Ausbildung, Ausbildungsbediensteter, Dienstvorgesetzter
§ 6 Zulassungsvoraussetzungen
§ 7 Zulassungsverfahren
§ 8 Rechtsstellung
§ 9 Zweck, Dauer und Gliederung des Vorbereitungsdienstes
§ 10 Forstamt (Ausbildungsabschnitt I)
§ 11 Reisezeit; Landespflege/Naturschutz (Ausbildungsabschnitt II)
§ 12 Service- und Kompetenzzentrum der Landesforstanstalt (Ausbildungsabschnitt III)
§ 13 Zentrale der Landesforstanstalt (Ausbildungsabschnitt IV)
§ 14 Beurteilungen
§ 15 Urlaub
§ 16 Unterbrechung des Vorbereitungsdienstes
§ 17 Entlassung, Beendigung des Beamtenverhältnisses
Dritter Abschnitt
Große Forstliche Staatsprüfung
§ 18 Zweck der Prüfung
§ 19 Zeitpunkt und Ort
§ 20 Prüfungsbehörde, Prüfungsausschuß
§ 21 Zulassung zur Prüfung
§ 22 Öffentlichkeit
§ 23 Art und Umfang der Prüfung
§ 24 Prüfungsgebiete
§ 25 Schriftliche Prüfung
§ 26 Mündliche Prüfung
§ 27 Waldprüfung
§ 28 Prüfungsnoten
§ 29 Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeiten
§ 30 Bewertung der mündlichen Prüfung und der Waldprüfung
§ 31 Feststellung der Bewertung in den Prüfungsgebieten
§ 32 Feststellung des Gesamtergebnisses
§ 33 Prüfungsakten
§ 34 Prüfungszeugnis
§ 35 Fernbleiben, Rücktritt, Unterbrechung
§ 36 Täuschungsversuch, Verstoß gegen die Ordnung
§ 37 Wiederholung der Prüfung
§ 38 Wirkung der Prüfung
Vierter Abschnitt
Inkrafttreten
§ 39 Inkrafttreten

Aufgrund des § 17 Abs. 2 Satz 1 vom 10. Juni 1994 des Thüringer Beamtengesetzes (GVBl. S. 589) verordnet der Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt im Einvernehmen mit dem Innenminister unter Mitwirkung des Landespersonalausschusses:

Erster Abschnitt
Allgemeine Bestimmungen

§ 1
Befähigung für die Laufbahn des höheren Forstdienstes

Die Befähigung für die Laufbahn des höheren Forstdienstes wird durch die erfolgreiche Ableistung des Vorbereitungsdienstes und das Bestehen der Großen Forstlichen Staatsprüfung erworben. Status- und Funktionsbezeichnungen gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.

§ 2
Ziel des Vorbereitungsdienstes

(1) Auf der Grundlage des während des Studiums der Forstwissenschaften erworbenen Wissens sollen Forstbedienstete ausgebildet werden, die nach ihrer Persönlichkeit sowie nach ihren allgemeinen und fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten geeignet sind, die Aufgaben des höheren Forstdienstes wahrzunehmen. Insbesondere sollen die Verantwortungs- und Führungsbereitschaft gestärkt und Grundsätze der Menschenführung vermittelt werden.

(2) Neben der fachlichen Ausbildung soll das Verständnis für soziale, rechtliche, wirtschaftliche, staats- und umweltpolitische sowie kulturelle Fragen gefördert werden.

Zweiter Abschnitt
Vorbereitungsdienst

§ 3
Zulassungs- und Ausbildungsbehörde

Zulassungs- und Ausbildungsbehörde ist die Landesforstanstalt.

§ 4
Ausbildungsstellen

Ausbildungsstellen sind die Forstämter, das Service- und Kompetenzzentrum der Landesforstanstalt sowie die Zentrale der Landesforstanstalt.

§ 5
Leiter der Ausbildung, Ausbildungsbediensteter,
Dienstvorgesetzter

(1) Die Ausbildung wird vom Vorstand der Landesforstanstalt geleitet. Dieser ist für die Ausbildung nach den Bestimmungen dieser Verordnung verantwortlich.

(2) Die Ausbildung im Einzelnen obliegt einem Bediensteten mit der Qualifikation für den höheren Forstdienst (Ausbildungsbediensteter). Dieser wird vom Vorstand der Landesforstanstalt für jede Ausbildungsstelle (§ 4) bestimmt.

(3) Dienstvorgesetzter des Forstreferendars ist der Vorstand der Landesforstanstalt.

§ 6
Zulassungsvoraussetzungen

(1) In den Vorbereitungsdienst kann eingestellt werden, wer

1.

die Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis erfüllt; die Auswahl der Bewerber wird nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorgenommen; die persönliche Eignung und die Befähigung sind in einem Vorstellungsgespräch zu prüfen und in die Gesamtbewertung einfließen zu lassen,

2.

die Diplomabschlußprüfung im Studiengang Forstwissenschaft an einer wissenschaftlichen Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland bestanden hat; der Diplomabschlußprüfung steht die Prüfung gleich, die in einem gleichgestellten Studiengang außerhalb der Bundesrepublik Deutschland erfolgreich abgelegt und als gleichwertig anerkannt wurde,

3.

die Voraussetzung für die Erlangung eines Einjahresjagdscheines in Thüringen erfüllt,

4.

das 32. Lebensjahr noch nicht vollendet hat; für Bewerber, die mindestens drei Jahre überwiegend mit Aufgaben beschäftigt worden sind, die in der Regel von Fachkräften des höheren Dienstes wahrgenommen werden, tritt anstelle des 32. das 35. Lebensjahr.

(2) Die Zulassung soll versagt werden, wenn die Ablegung der Diplomabschlußprüfung oder einer als gleichwertig anerkannten Prüfung mehr als vier Jahre zurückliegt, es sei denn, daß im Hinblick auf die zwischenzeitliche Tätigkeit des Bewerbers noch ein hinreichend enger Zusammenhang zwischen dem forstwissenschaftlichen Studium und der Ausbildung im Vorbereitungsdienst besteht.

§ 7
Zulassungsverfahren

(1) Der Vorbereitungsdienst beginnt in der Regel am 1. Juni eines Jahres.

(2) Der Antrag auf Einstellung in den Vorbereitungsdienst ist bis zum 31. März des Jahres, in dem der Bewerber die Ausbildung beginnen will, schriftlich bei der Landesforstanstalt einzureichen (Ausschlußfrist).

(3) Dem Antrag sind beizufügen:

1.

ein tabellarischer Lebenslauf,

2.

das Zeugnis der Hochschulreife oder der Nachweis eines als gleichwertig anerkannten Bildungsstandes,

3.

Zeugnisse über die Diplomvor- und die Diplomabschlußprüfung sowie etwaige Urkunden über akademische Grade,

4.

das Zeugnis über die Jägerprüfung oder den zuletzt gelösten Ein- oder Dreijahresjagdschein,

5.

eine Erklärung des Bewerbers, ob er in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, ob gegen ihn ein gerichtliches Strafverfahren oder ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft anhängig ist,

6.

einen Nachweis, ob er Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes oder Angehöriger eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union ist,

7.

eine Geburtsurkunde, bei verheirateten Bewerbern auch eine Heiratsurkunde, gegebenenfalls auch die Geburtsurkunden der Kinder,

8.

zwei Lichtbilder aus neuester Zeit,

9.

gegebenenfalls der Nachweis über berufliche Tätigkeiten nach Bestehen der Diplomabschlußprüfung.

(4) Bewerber, deren Einstellung in Aussicht genommen ist, haben auf Anforderung

1.

ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis, das nicht älter als ein halbes Jahr ist, vorzulegen und

2.

ein Führungszeugnis nach § 30 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes zu beantragen.

Die in Absatz 3 Nr. 2 bis 4, 6 und 8 genannten Unterlagen sind als amtlich beglaubigte Kopien oder Abschriften vorzulegen. Die Vorlage der Zeugnisurschriften kann verlangt werden.

(5) Ein Anspruch auf Zulassung zum Vorbereitungsdienst besteht nur im Rahmen der jährlich vorhandenen Anzahl der Ausbildungsplätze.

§ 8
Rechtsstellung

Der zum Vorbereitungsdienst zugelassene Bewerber wird mit der Einstellung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf berufen. Er führt die Dienstbezeichnung "Forstreferendar". Zugelassene ausländische Bewerber aus Staaten, die nicht Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind, sind ohne Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf in ein privatrechtliches Ausbildungsverhältnis zu übernehmen.

§ 9
Zweck, Dauer und Gliederung des Vorbereitungsdienstes

(1) Der Forstreferendar ist in allen Gebieten seiner Laufbahn unter gleichzeitiger Vertiefung und Erweiterung seiner wissenschaftlichen Kenntnisse praktisch auszubilden und mit den Aufgaben des höheren Forstdienstes vertraut zu machen.

(2) Der Forstreferendar soll nach Anleitung bestimmte Aufgaben, die seiner Ausbildung dienen, möglichst selbständig erledigen.

(3) Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre. Er stellt eine Einheit dar und gliedert sich in folgende Ausbildungsabschnitte:

1.

Forstamt

 

 

(Ausbildungsabschnitt I)

11 Monate,

 

a)

Reisezeit
(Ausbildungsabschnitt II)




1 Monat,

 

b)

Landespflege/Naturschutz
(Ausbildungsabschnitt II)




2 Monate,

3.

Service- und Kompetenzzentrum der Landesforstanstalt

 

(Ausbildungsabschnitt III)

5 Monate,

4.

Zentrale der Landesforstanstalt

 

 

(Ausbildungsabschnitt IV)

5 Monate.

Das Ausbildungsziel ist mit dem erfolgreichen Abschluß der Großen Forstlichen Staatsprüfung erreicht.

(4) In begründeten Einzelfällen kann die Ausbildungsbehörde die Reihenfolge und die Dauer der Ausbildungsabschnitte I bis IV ändern, soweit dies mit dem Ziel des Vorbereitungsdienstes vereinbar ist.

(5) Ausbildungsstelle für die Reisezeit des Abschnitts II ist die Zentrale der Landesforstanstalt.

(6) Zeiten einer beruflichen Tätigkeit nach Bestehen der Diplomabschlußprüfung, die für die Ausbildung förderlich sind, insbesondere wissenschaftliche Tätigkeit oder Beschäftigung bei anderen Behörden oder einem Privatforstbetrieb, dessen Leiter die Laufbahnprüfung für den höheren Forstdienst abgelegt hat, können bis zu drei Monaten auf den Vorbereitungsdienst angerechnet werden. Hierüber entscheidet im Einzelfall die Ausbildungsbehörde.

(7) Während des Vorbereitungsdienstes wird der Forstreferendar von der Ausbildungsbehörde zu Lehrgängen einberufen.

§ 10
Forstamt (Ausbildungsabschnitt I)

(1) Im Ausbildungsabschnitt I ist der Forstreferendar in alle wesentlichen Betriebs- und Verwaltungsaufgaben einzuführen; insbesondere soll er mit den Fragen einer wirtschaftlichen Betriebsführung und -organisation vertraut gemacht werden. Der Forstreferendar hat sich mit Fragen der Bewirtschaftung des Staatswaldes, der Mitwirkung bei der Bewirtschaftung des Körperschaftswaldes und der Beratung und Betreuung von Privatwaldbesitzern sowie der Organisation und wirtschaftlichen Durchführung der Forstwirtschaftsarbeiten, mit den einschlägigen Verwaltungsvorschriften, dem Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen, der Landespflege und der Landesplanung zu befassen. Ihm soll ein Überblick über die Zusammenhänge aller betrieblichen und behördlichen Aufgabenbereiche eines Forstamtes vermittelt werden. Die Tätigkeiten des Forstreferendars sind zeitnah zu überprüfen und mit ihm zu besprechen.

(2) Der Forstreferendar soll bis zu sechs Wochen mit der möglichst selbständigen Führung eines Forstreviers beauftragt werden.

(3) Der Forstreferendar soll durch Behördenbesuche oder in Wahrnehmung von Dienstgeschäften die Aufgaben und Tätigkeiten anderer Behörden im kommunalen Bereich und auf Landesebene kennenlernen.

(4) Der Forstreferendar hat bis zum Ende des Ausbildungsabschnitts I eine selbständig gefertigte, schriftliche Arbeit vorzulegen. Das Thema wird vom Ausbildungsleiter im Benehmen mit dem Forstreferendar festgelegt. Der Ausbildungsleiter bewertet die Arbeit mit einer Note nach § 28 Abs. 1.

(5) Die Ausbildungsbehörde kann die Ableistung des Vorbereitungsdienstes bei einem körperschaftlichen Forstamt oder einem privaten Forstbetrieb bis zur Dauer von drei Monaten zulassen. Voraussetzung ist jedoch, daß die Ausbildung von einer geeigneten forstlichen Fachkraft geleitet wird, die die Laufbahnprüfung für den höheren Forstdienst bestanden hat.

§ 11
Reisezeit; Landespflege/Naturschutz (Ausbildungsabschnitt II)

(1) Während der Reisezeit soll der Forstreferendar nach einem selbständig aufgestellten Reiseplan in die Verhältnisse anderer Forstämter und Forstverwaltungen in möglichst unterschiedlichen Wuchsgebieten, in holzbe- oder holzverarbeitende Betriebe und in Forstsamen- und Pflanzenbetriebe Einblick nehmen. Die Teilnahme an Fachexkursionen sowie der Besuch ausländischer oder internationaler Fachbehörden oder Organisationen sind möglich.

(2) Im Rahmen dieses Ausbildungsabschnitts kann dem Forstreferendar erlaubt werden, sich an forstlichen Hochschulreisen zu beteiligen oder sich an einer Hochschule mit forstlichem Studiengang, an einem forst- oder holzwirtschaftlichen Forschungsinstitut oder an einer forstlichen Versuchsanstalt wissenschaftlich zu betätigen. Ferner kann dem Forstreferendar ein der Ausbildung förderlicher Besuch sonstiger Dienststellen und Betriebe und Institutionen gestattet werden. Die Dauer dieser Besuche oder Tätigkeiten darf in der Regel insgesamt zwei Wochen nicht übersteigen.

(3) Der Forstreferendar hält die Eindrücke und Erfahrungen der Reisezeit in einem Bericht fest. Der Bericht ist in Maschinenschrift spätestens vier Wochen nach Beendigung des Ausbildungsabschnitts "Reisezeit" in zweifacher Ausfertigung der Ausbildungsbehörde vorzulegen. Eine beigefügte Erklärung muß enthalten, daß die Arbeit selbständig angefertigt wurde. Der Bericht wird mit einer Note nach § 28 Abs. 1 bewertet.

(4) Im zweiten Teil des Ausbildungsabschnitts II sollen die während des Studiums erworbenen Grundlagenkenntnisse in Raumordnung, Naturschutz, Landschaftspflege und Erholungswesen erweitert und vertieft sowie die forstlichen Belange der Landespflege und des Naturschutzes eingehend behandelt werden. Der Forstreferendar hat während dieser Zeit selbständig eine praxisbezogene Projektarbeit zu fertigen und in Maschinenschrift der Ausbildungsbehörde vorzulegen. Das Thema wird vom Ausbildungsbediensteten festgelegt. Die Arbeit wird mit einer Note nach § 28 Abs. 1 bewertet.

§ 12
Service- und Kompetenzzentrum der Landesforstanstalt (Ausbildungsabschnitt III)

(1) Im Ausbildungsabschnitt III ist der Forstreferendar nach einer theoretischen Einführung in den in Thüringen angewandten Verfahren der Forsteinrichtung, der Standorterkundung und der Waldwertschätzung theoretisch und praktisch zu unterrichten; ihm sollen dabei methodische Grundkenntnisse der Landschaftsplanung vermittelt werden.

(2) Der Forstreferendar hat selbständig ein dem Ausbildungszeitraum angepaßtes Forsteinrichtungswerk zu erstellen. Das Forsteinrichtungswerk ist spätestens am Ende des Ausbildungsabschnitts dem Leiter des Service- und Kompetenzzentrums der Landesforstanstalt vorzulegen. Dieser bewertet es mit einer Note nach § 28 Abs. 1.

§ 13
Zentrale der Landesforstanstalt (Ausbildungsabschnitt IV)

(1) Im Ausbildungsabschnitt IV werden dem Forstreferendar allgemeine Verwaltungs- und Rechtsgrundlagen in Verwaltungsseminaren vermittelt. Außerdem wird der Forstreferendar in die Aufgaben der obersten Forstbehörde eingeführt.

(2) Der Forstreferendar ist für eine annähernd gleiche Zeitdauer in der Zentrale der Landesforstanstalt zu beschäftigen. Ihm soll Gelegenheit gegeben werden, sich an allgemeinen Aussprachen zu beteiligen und selbst vorzutragen. Er ist mit den Aufgaben und der Bedeutung des praktischen Inspektionsdienstes vertraut zu machen.

§ 14
Beurteilungen

(1) Nach jedem der Ausbildungsabschnitte I, III und IV ist von den Ausbildungsbediensteten eine Beurteilung unter Berücksichtigung der Bewertungen nach § 10 Abs. 4 Satz 3 und § 12 Abs. 2 Satz 3 nach dem von der Ausbildungsbehörde vorgeschriebenen Muster abzugeben. Die Beurteilung muß erkennen lassen, ob der Forstreferendar das Ziel des entsprechenden Ausbildungsabschnitts erreicht hat. In der Mitte der in Satz 1 genannten Ausbildungsabschnitte ist ein Beurteilungsgespräch zwischen dem Forstreferendar und dem Beurteilenden zu führen. Die Beurteilung ist dem Forstreferendar zu eröffnen und mit ihm zu erörtern. Die Eröffnung und etwaige Äußerungen des Forstreferendars sind aktenkundig zu machen.

(2) Im Falle einer Verlängerung des Vorbereitungsdienstes wird von dem Ausbildungsbediensteten, dem der Forstreferendar während des verlängerten Vorbereitungsdienstes zugewiesen ist, eine weitere Beurteilung erstellt.

§ 15
Urlaub

(1) Bei der Erteilung von Urlaub sind die Erfordernisse der Ausbildung zu berücksichtigen. Während der Dauer von Lehrgängen und Exkursionen kann kein Erholungsurlaub gewährt werden.

(2) Der Urlaub wird vom Ausbildungsbediensteten erteilt. Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 16
Unterbrechung des Vorbereitungsdienstes

Krankheitszeiten und Urlaub aus besonderen Anlässen werden auf den Vorbereitungsdienst angerechnet, soweit sie in einem Ausbildungsjahr insgesamt acht Wochen nicht übersteigen. Mutterschutzzeiten werden in vollem Umfang angerechnet; daneben entstehende Abwesenheitszeiten nach Satz 1 können nur bis zu zwei Wochen angerechnet werden.

§ 17
Entlassung, Beendigung des Beamtenverhältnisses

(1) Der Dienstvorgesetzte entläßt den Forstreferendar unter Widerruf des Beamtenverhältnisses aus dem Vorbereitungsdienst, wenn

1.

er sich durch sein Verhalten der Belassung im Dienst unwürdig erweist oder

2.

seine Leistungen erkennen lassen, daß das Ziel der Ausbildung nicht erreicht wird oder

3.

dies aus einem anderen, in der Person des Forstreferendars liegenden wichtigen Grund, beispielsweise wegen mangelnder körperlicher Eignung, geboten ist.

(2) Im übrigen endet das Beamtenverhältnis mit dem Ablauf des Tages, an welchem dem Forstreferendar eröffnet wird, daß er die Große Forstliche Staatsprüfung bestanden oder endgültig nicht bestanden hat.

Dritter Abschnitt
Große Forstliche Staatsprüfung

§ 18
Zweck der Prüfung

In der Großen Forstlichen Staatsprüfung hat der Forstreferendar nachzuweisen, daß er die wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie die Rechts- und Dienstvorschriften in der praktischen Forstwirtschaft und in der Verwaltung anzuwenden versteht, sich hinreichendes Fachwissen und die erforderlichen Erfahrungen auf allen Gebieten des Forstdienstes angeeignet hat, über Urteilsfähigkeit, Beobachtungsgabe und Entschlußkraft verfügt und somit die Befähigung für die Laufbahn des höheren Forstdienstes besitzt.

§ 19
Zeitpunkt und Ort

(1) Die Große Forstliche Staatsprüfung findet in der Regel einmal im Jahr statt.

(2) Die Ausbildungsbehörde bestimmt Zeitpunkt und Ort der Prüfung.

§ 20
Prüfungsbehörde, Prüfungsausschuß

(1) Prüfungsbehörde ist die Landesforstanstalt.

(2) Die Große Forstliche Staatsprüfung wird von einem bei der Landesforstanstalt gebildeten Prüfungsausschuß abgenommen.

(3) Der Prüfungsausschuss besteht aus elf Personen, davon neun Bedienstete der Landesforstanstalt oder des Landes mit der Qualifikation für den höheren Forstdienst, von denen einer den stellvertretenden Vorsitz übernimmt, sowie einer Person mit der Qualifikation für den höheren Verwaltungsdienst oder mit der Befähigung zum Richteramt. Als Vorsitzender des Prüfungsausschusses fungiert der Vorstandsvorsitzende der Landesforstanstalt, im Fall seiner Verhinderung das weitere Vorstandsmitglied. Je ein Vertreter der Spitzenorganisation der zuständigen Gewerkschaft und des zuständigen Berufsverbandes, die Bedienstete des höheren Forstdienstes sein müssen, können auf Antrag der Spitzenorganisation und des Berufsverbandes dem Prüfungsausschuss als Beobachter angehören. Für jedes Mitglied des Prüfungsausschusses ist ein Vertreter zu bestellen. Für den Fall der Verhinderung von Mitgliedern und deren Vertretern wird eine angemessene Zahl von Ersatzpersonen bestimmt.

(4) Die Mitglieder, deren Vertreter und die Ersatzpersonen werden von dem Vorstand der Landesforstanstalt für die Dauer von fünf Jahren berufen. Die Wiederbestellung ist zulässig. Werden Mitglieder, deren Vertreter oder die Ersatzpersonen im Laufe der fünfjährigen Amtszeit des Prüfungsausschusses berufen, so erfolgt die Berufung nur für den Rest der Amtszeit des Prüfungsausschusses.

(5) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses leitet die Prüfung; er hat insbesondere

1.

die vorbereitenden Maßnahmen zur Durchführung der Prüfung zu treffen,

2.

den Ablauf der Prüfung und die Prüfungsfächer in den einzelnen Prüfungsteilen festzusetzen,

3.

die Mitglieder des Prüfungsausschusses oder gegebenenfalls deren Vertreter, die die Prüfungsleistungen in den einzelnen Prüfungsteilen zu bewerten haben sowie die Fachprüfer für die mündliche Prüfung zu bestimmen und

4.

die Mitglieder des Prüfungsausschusses und die zur Prüfung zugelassenen Forstreferendare zu den einzelnen Prüfungsteilen einzuladen.

(6) Der Prüfungsausschuß hat

1.

über die Fachbewertung, die Gesamtbewertung und das Bestehen der Großen Forstlichen Staatsprüfung zu entscheiden und

2.

eine Niederschrift über die Prüfung zu fertigen, die eine Bewertungsliste enthält.

(7) Der Prüfungsausschuß ist beschlußfähig, wenn mindestens zwei Drittel der Mitglieder, darunter der Vorsitzende oder sein Stellvertreter, anwesend sind. Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden, bei dessen Abwesenheit die seines Stellvertreters.

(8) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sind in ihren Prüfungsentscheidungen unabhängig und an Weisungen nicht gebunden; sie sind zur Verschwiegenheit in allen die Vorbereitung und Durchführung der Prüfung betreffenden Angelegenheiten verpflichtet.

(9) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses bestimmt einen Bediensteten des höheren Forstdienstes zum Schriftführer, der auch mit Aufgaben der Organisation der Großen Forstlichen Staatsprüfung beauftragt werden kann. Absatz 8 Halbsatz 2 gilt entsprechend.

§ 21
Zulassung zur Prüfung

(1) Drei Monate vor Beendigung des letzten Ausbildungsabschnitts legt der Forstreferendar den Zulassungsantrag zur Großen Forstlichen Staatsprüfung der Ausbildungsbehörde auf dem Dienstweg vor. Dem Antrag sind die Beurteilungen beizufügen.

(2) Die Ausbildungsbehörde kann die Zulassung zur Prüfung ablehnen, wenn eine der Beurteilungen nach § 14 Abs. 1 und eine der Noten nach § 11 Abs. 3, § 11 Abs. 4 und § 12 Abs. 2 schlechter als 4,4 ist.

(3) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses kann auch Forstreferendare zur Prüfung zulassen, die den Vorbereitungsdienst in einem anderen Bundesland abgeleistet haben, wenn dies durch eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung vorgesehen ist.

§ 22
Öffentlichkeit

Die Große Forstliche Staatsprüfung ist nicht öffentlich. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses kann dienstlich interessierten Personen die Anwesenheit bei der mündlichen Prüfung und der Waldprüfung gestatten. Satz 2 gilt nicht für die Beratung.

§ 23
Art und Umfang der Prüfung

Die Große Forstliche Staatsprüfung besteht aus der schriftlichen Prüfung, der mündlichen Prüfung und der Waldprüfung. Als Prüfungsleistungen gelten auch der Reisezeitbericht nach § 11 Abs. 3, die Projektarbeit nach § 11 Abs. 4 und das Forsteinrichtungswerk nach § 12 Abs. 2.

§ 24
Prüfungsgebiete

Aus folgenden Gebieten können Aufgaben ausgewählt werden:

1.

Waldbau,

2.

Forsteinrichtung und Standortkunde,

3.

Forstnutzung und Holzvermarktung,

4.

Waldarbeit, Forsttechnik und Walderschließung,

5.

Forstpolitik,

6.

Landespflege und Naturschutz,

7.

Recht,

8.

forstliche Betriebswirtschaft und forstliches Rechnungswesen,

9.

Forstverwaltung und -organisation,

10.

Waldschutz sowie

11.

Jagd und Fischerei.


§ 25
Schriftliche Prüfung

(1) Die schriftliche Prüfung besteht aus acht vom Prüfungsausschuß bestimmten Aufgaben, die innerhalb einer Woche zu bearbeiten sind. Die gesamte Bearbeitungszeit darf 38,5 Stunden nicht überschreiten. Mit Ausnahme der in § 24 Nr. 1 und 2 genannten Prüfungsgebiete können Aufgaben aus zwei Prüfungsgebieten zu einer Doppelaufgabe zusammengefaßt werden. Die Bearbeitungszeit einer Doppelaufgabe beträgt mindestens sechs Stunden, höchstens acht Stunden.

(2) Die Aufgaben der schriftlichen Prüfung werden vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses aus eingereichten oder eingeholten Vorschlägen ausgewählt. Er bestimmt, ob und gegebenenfalls welche Doppelaufgaben gestellt werden, die Bearbeitungszeit und die Hilfsmittel.

(3) Die Aufsicht in der schriftlichen Prüfung führen die vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestellten Bediensteten der Landesforstanstalt. Zu Beginn der schriftlichen Prüfung belehrt der Aufsichtführende die Forstreferendare über die Bestimmungen des § 29 Abs. 4 und des § 36 Abs. 1 und 3.

(4) Vor Beginn der schriftlichen Prüfung werden unter der Leitung des Aufsichtführenden die Plätze in den Prüfungsräumen verlost. Der Prüfling versieht sämtliche schriftliche Arbeiten anstelle seines Namens mit einer Kennziffer.

(5) Der Aufsichtführende vermerkt die Kennziffer auf einer Teilnehmerliste und leitet diese in verschlossenem Umschlag dem Schriftführer zu. Den Mitgliedern des Prüfungsausschusses und den Prüfern darf die Zuordnung der Kennziffern nicht vor der endgültigen Bewertung der schriftlichen Arbeiten bekanntgegeben werden.

(6) Der Aufsichtführende vermerkt auf jeder Arbeit den Zeitpunkt der Abgabe und leitet die Arbeiten in einem versiegelten Umschlag umgehend den zuständigen Prüfern zu.

(7) Der Aufsichtführende fertigt eine Niederschrift über den Verlauf der schriftlichen Prüfung und über besondere Vorkommnisse, insbesondere über Verstöße gegen die Prüfungsordnung.

(8) Schwerbehinderten sind auf Antrag die ihrer Behinderung angemessenen Erleichterungen im Prüfungsverfahren einzuräumen. Art und Umfang der zu gewährenden Erleichterungen sind von der Prüfungsbehörde rechtzeitig mit dem Behinderten zu erörtern. Die Erleichterungen dürfen nicht dazu führen, daß die fachlichen Anforderungen herabgesetzt werden.

§ 26
Mündliche Prüfung

(1) Die mündliche Prüfung soll in jedem Prüfungsgebiet nach § 24 je Prüfling 20 bis 30 Minuten dauern. Mehr als drei Forstreferendare sollen nicht zusammen geprüft werden. § 25 Abs. 8 gilt entsprechend.

(2) Bei der mündlichen Prüfung wird jedes Prüfungsgebiet von einem Erst- und einem Zweitprüfer gemeinsam geprüft.

(3) In der mündlichen Prüfung können mehrere Prüfungsgebiete gemeinsam geprüft werden. Die Prüfungszeit verlängert sich dann entsprechend.

§ 27
Waldprüfung

(1) Die Waldprüfung umfaßt die Prüfungsgebiete des § 24. Die Aufgaben werden vom Prüfungsausschuß festgelegt. Bei der Vorbereitung können besonders beauftragte Personen hinzugezogen werden.

(2) Die Prüfung wird an vier bis sechs vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestimmten Stationen abgehalten. Bei der Waldprüfung wird in der Regel mündlich geprüft. § 26 Abs. 2 und Abs. 3 gelten entsprechend.

(3) Die Prüfungszeit beträgt an jeder Station je Forstreferendar 20 bis 30 Minuten. § 25 Abs. 8 gilt entsprechend.

§ 28
Prüfungsnoten

(1) Die einzelnen Prüfungsleistungen sind wie folgt zu bewerten:

sehr gut

(1)

=

eine Leistung, die den Anforderungen in besonderem Maße entspricht;

gut

(2)

=

eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht;

befriedigend

(3)

=

eine Leistung, die im allgemeinen den Anforderungen entspricht;

ausreichend

(4)

=

eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im ganzen den Anforderungen noch entspricht;

mangelhaft

(5)

=

eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen läßt, daß die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und Mängel in absehbarer Zeit behoben werden könnten;

ungenügend

(6)

=

eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, daß die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.

(2) Einzelne Prüfungsleistungen dürfen auch mit den Zwischenstufen 1,5; 2,5; 3,5; 4,5 und 5,5 bewertet werden.

§ 29
Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeiten

(1) Die Prüfungsbehörde bestimmt für jedes Prüfungsgebiet einen Erst- und einen Zweitprüfer. Diese können für mehrere Prüfungsgebiete bestellt werden.

(2) Die schriftlichen Prüfungsarbeiten werden von den nach Absatz 1 bestimmten Erst- und Zweitprüfern begutachtet und unabhängig voneinander bewertet. Auf den Prüfungsarbeiten dürfen keine Bewertungen oder Vermerke angebracht werden.

(3) Weichen die Bewertungen des Erst- und Zweitprüfers um nicht mehr als eine Note voneinander ab, so gilt der Durchschnitt als Note. Bei größeren Abweichungen setzt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses in dem von den beiden Prüfern gesetzten Rahmen die Note fest.

(4) Für nicht oder nicht rechtzeitig abgegebene Prüfungsarbeiten ist die Note "ungenügend" festzusetzen.

§ 30
Bewertung der mündlichen Prüfung und der Waldprüfun

(1) Die Leistungen der Prüflinge in den einzelnen Prüfungsgebieten in der mündlichen Prüfung und in der Waldprüfung werden von den Erst- und Zweitprüfern gemeinsam bewertet.

(2) Werden in der mündlichen Prüfung oder in der Waldprüfung zwei oder mehrere Prüfungsgebiete gemeinsam geprüft, bewertet jeweils einer der beiden nach Absatz 1 bestimmten Erst- oder Zweitprüfer die Leistungen.

(3) § 29 Abs. 3 gilt entsprechend.

§ 31
Feststellung der Bewertung in den Prüfungsgebieten

Die Note für jedes Prüfungsgebiet wird aus den Einzelnoten dieses Fachs auf zwei Dezimalstellen berechnet und auf eine Dezimalstelle gerundet, dabei sind die Dezimalen unter 5 abzurunden und Dezimalen von 5 an aufzurunden. Die Noten der schriftlichen Prüfung werden zweifach, die der Waldprüfung und der mündlichen Prüfung je einfach gewertet.

§ 32
Feststellung des Gesamtergebnisses

(1) Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert der einzelnen Prüfungsleistungen. § 31 Satz 1 gilt entsprechend.

(2) Die einzelnen Prüfungsleistungen werden wie folgt gewichtet:

1.

die Bewertung in den Prüfungsgebieten des § 24 Nr. 1, 3, 4 und 8 zweifach,

2.

die Bewertung in den übrigen Prüfungsgebieten des § 24 einfach,

3.

die Durchschnittsnote aus den Bewertungen des Reisezeitberichts nach § 11 Abs. 3, der Projektarbeit nach § 11 Abs. 4 und des Forsteinrichtungswerkes nach § 12 Abs. 2 zweifach. Bei der Berechnung geht die Bewertung des Reisezeitberichts mit einfacher, die der Projektarbeit mit zweifacher und die des Forsteinrichtungswerkes mit dreifacher Wertigkeit ein. § 31 Satz 1 gilt entsprechend.

(3) Der Prüfungsausschuß stellt im Anschluß an die letzte Prüfung das Gesamtergebnis fest.

(4) Die Prüfung ist bestanden, wenn

1.

als Gesamtergebnis mindestens die Durchschnittsnote 4,0 erreicht wurde,

2.

in den in § 24 Nr. 1 und 2 genannten Prüfungsgebieten keine Bewertung eines Prüfungsgebietes schlechter als mit der Durchschnittsnote 4,4 ist und

3.

in den übrigen Prüfungsgebieten des § 24 die Bewertung höchstens eines Prüfungsgebietes schlechter als mit der Durchschnittsnote 4,4 ist.

(5) Für jeden Prüfling, der die Prüfung bestanden hat, wird nach der Gesamtnote die Platzziffer festgestellt. Prüflinge mit gleicher Gesamtnote erhalten die gleiche Platzziffer und werden alphabetisch aufgeführt.

(6) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses gibt jedem Prüfling sein Gesamtergebnis bekannt; er kann dem Einzelnen seine Platzziffer mitteilen.

§ 33
Prüfungsakten

Der Prüfling kann innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses seine persönlichen Prüfungsakten unter Aufsicht einsehen.

§ 34
Prüfungszeugnis

(1) Wer die Große Forstliche Staatsprüfung bestanden hat, erhält von der Ausbildungsbehörde ein Prüfungszeugnis.

(2) Im Prüfungszeugnis sind die Bewertungen in den Prüfungsgebieten wie folgt in Worten anzugeben:

sehr gut

(1)

=

bei einem Durchschnitt von 1,0 bis 1,4;

gut

(2)

=

bei einem Durchschnitt von 1,5 bis 2,4;

befriedigend

(3)

=

bei einem Durchschnitt von 2,5 bis 3,4;

ausreichend

(4)

=

bei einem Durchschnitt von 3,5 bis 4,4;

mangelhaft

(5)

=

bei einem Durchschnitt von 4,5 bis 5,4;

ungenügend

(6)

=

bei einem Durchschnitt von 5,5 bis 6,0.

(3) Die Gesamtnote der Großen Forstlichen Staatsprüfung ist im Prüfungszeugnis in Worten anzugeben. Hierbei gelten für die Bewertungen "sehr gut", "gut" und "befriedigend" die in Absatz 2 genannten Durchschnittsnoten entsprechend. Bei einem Durchschnitt von 3,5 bis 4,0 ist die Gesamtnote mit "bestanden" anzugeben. Die Gesamtnote ist auch in Ziffern mit einer Dezimalstelle anzugeben.

(4) Das Prüfungszeugnis wird vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet und mit dem großen Dienstsiegel der Ausbildungsbehörde versehen.

§ 35
Fernbleiben, Rücktritt, Unterbrechung

(1) Bleibt der Prüfling nach der Zulassung ohne Genehmigung des Prüfungsausschusses der Prüfung fern oder tritt er ohne Genehmigung des Prüfungsausschusses von der Prüfung zurück, so gilt die Prüfung als nicht bestanden.

(2) Genehmigt der Prüfungsausschuß den Rücktritt oder den Abbruch der schriftlichen Prüfung, so gilt die Prüfung als nicht unternommen. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn wichtige Gründe vorliegen, insbesondere, wenn der Prüfling durch Krankheit an der Ablegung der Prüfung verhindert ist. Die Vorlage eines amtsärztlichen Zeugnisses ist zu veranlassen.

(3) Unterbricht der Prüfling mit Genehmigung des Prüfungsausschusses die Waldprüfung oder die mündliche Prüfung, so bestimmt der Prüfungsausschuß wann der noch nicht abgelegte Teil der Prüfung nachzuholen ist. Die Prüfung muß spätestens nach einem Jahr erfolgen. Absatz 2 Satz 2 und 3 gelten entsprechend. Gleiches gilt, wenn der Prüfling mit Genehmigung des Prüfungsausschusses von einer der Prüfungen nach Satz 1 zurücktritt.

(4) Hat sich der Prüfling in Kenntnis einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder eines anderen Rücktrittsgrundes dennoch dem schriftlichen oder mündlichen Teil der Prüfung ganz oder teilweise unterzogen, so kann ein nachträgliches Rücktrittsgesuch wegen dieses Grundes nicht genehmigt werden.

§ 36
Täuschungsversuch, Verstoß gegen die Ordnung

(1) Versucht ein Forstreferendar das Ergebnis der Prüfung durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen, so ist die betreffende Prüfungsleistung mit der Note "ungenügend" zu bewerten. In schweren Fällen kann der Forstreferendar durch Entscheidung des Prüfungsausschusses von der Prüfung ausgeschlossen werden; die Prüfung gilt als nicht bestanden.

(2) Verstößt ein Forstreferendar während der Prüfung erheblich gegen die Ordnung, so ist er vom Aufsichtführenden oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu verwarnen. Der Aufsichtführende kann dem Forstreferendar in schweren Fällen von der weiteren Teilnahme an der Aufsichtsarbeit ausschließen; die Arbeit ist mit der Note "ungenügend" zu bewerten. In der mündlichen Prüfung und in der Waldprüfung steht das Ausschließungsrecht dem Prüfungsausschuß mit der Maßgabe zu, daß die Prüfung als nicht bestanden gilt.

(3) Hat der Forstreferendar bei der Prüfung getäuscht und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Prüfungszeugnisses bekannt, so kann der Prüfungsausschuß noch nachträglich das Gesamtergebnis berichtigen oder die Prüfung für nicht bestanden erklären, jedoch nur innerhalb einer Frist von fünf Jahren nach dem letzten Tage der mündlichen Prüfung. Das unrichtige Prüfungszeugnis ist einzuziehen.

§ 37
Wiederholung der Prüfung

(1) Ist die Große Forstliche Staatsprüfung nicht bestanden, gilt sie als nicht bestanden oder wird sie nachträglich für nicht bestanden erklärt, kann sie einmal beim nächstmöglichen Termin auf Antrag wiederholt werden. In begründeten Ausnahmefällen kann die Prüfungsbehörde eine zweite Wiederholungsprüfung zulassen.

(2) Bis zur Wiederholung der Großen Forstlichen Staatsprüfung soll eine Verlängerung des Vorbereitungsdienstes nach § 9 Abs. 3 erfolgen. Die Prüfungsbehörde legt die Ausbildungsabschnitte für die Verlängerungszeit fest.

§ 38
Wirkung der Prüfung

(1) Wer die Prüfung bestanden hat, ist befugt, die Bezeichnung "Assessor des Forstdienstes" oder "Assessorin des Forstdienstes" zu führen.

(2) Das Bestehen der Prüfung begründet keinen Anspruch auf Einstellung in den Landesdienst oder in den Dienst der Landesforstanstalt.

Vierter Abschnitt
Inkrafttreten

§ 39
Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.

Erfurt, den 13. Januar 1995

Der Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt

Dr. Sklenar